24. November 1944: Saspe b.Danzig

Wieder haben wir eine Fahrt beendet und wir stehen wieder in Saspe, warten auf unseren Dampfer und auf unsere Fahrt, die nach Hamburg gehen soll. Übrigens, wir sollen nicht in Ahrensburg, sondern in Pinneberg abgestellt werden.

Eben habe ich einen Teller voll Bratkartoffeln und eine Frikadelle verdrückt. Unser Koch ist ein Zauberer in seinem Fach. Er zeigte uns beim Kartoffelschälen so ca. 1 Pfund Hack. Davon hat er 30 Frikadellen gemacht! 5 Stück wogen 1 Pfund! Ich war platt, aber von Fleisch hab ich auch nichts geschmeckt. Ich hab ihn den »Frikadellenkönig« aus Barmstedt genannt. Er kommt aus Barmstedt. Es ist unser Schack.

Heute Mittag gab es Schellfisch. Ich hatte um einen Kopf gebeten. Stell Dir vor, da hatten sie mir l0 allmächtige Köpfe gekocht! In einer großen Schüssel wurden sie reingetragen. Wir essen immer gemeinsam an einer langen Tafel. Als ich so dabei war, die Fischaugen auszulutschen, fingen doch einige an, recht hoch zu kauen. Die wurden merkwürdig schnell satt! Du kennst mich ja, ich hab mich mal so richtig an Fisch satt gegessen. Gelacht haben wir, es gab süße Suppe hinterher. Einige waren denn da, die mich hochnehmen wollten! Da hab ich schnell so ein Schellfischauge gegessen und dann einen Löffel voll von der süßen Suppe! Und hab gesagt, das müßten sie mal probieren! Da waren auch die Letzten satt!

Wenn Du in meinen Wagen kommst, meinst Du, im Krankenhaus zu sein. Ich konnte den Blut- und Eitergeruch nicht mehr herausbekommen. Jetzt hab ich mit einer Chrysolseifenlösung gefeudelt. Ich hatte schwere Fälle im Wagen. Am schlimmsten sind die Kopfschüsse.

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