21. Juli 1944: Ostrewa

Wieder haben wir 24 Stunden hinter uns und fahren soeben über die deutsche Grenze in Richtung Nürnberg.

In Bialystock sollte ich doch den Freund von Hans St. grüßen! Stell Dir vor, auf dem anderen Gleis standen drei und verluden ihre letzte Habe. Da war einer platt, als ich vor ihm stand und in letzter Minute noch einen Gruß aus Altona bestellte! Er hat sich dann noch sehr erkenntlich gezeigt, weil ich 2 Schlaraffia-Matratzen für ihn mit nach Deutschland nahm. Er wußte nicht, wie er die fortbekommen sollte, denn seine Frau mußte in 2 Stunden die Stadt verlassen haben. Meine Kameraden haben schnell mit angefaßt, die Sachen zu verstauen. Ich konnte nachher jedem vom ganzen Zug noch 60 Zigaretten geben. Ich selbst habe noch welche über behalten, die ich Dir zuschicke. Bitte, trocken aufbewahren! Für Marga zum Geburtstag schicke ich noch ein kleines Päckchen. Ich weiß ja nicht, wann ich wieder nach Hause komme. Was Du in dem anderen Päckchen findest, ist für Dich zum Geburtstag. Es ist ja nicht viel, aber Du wirst Dich bestimmt freuen. Kauft auf Eure Raucherkarten lieber Tabak, damit komme ich weiter.

Ich habe schon wieder eine Kieferentzündung! Es ist zum Heulen. Wegen meiner Kopfschmerzen war ich beim O.Arzt. Er meinte, es liegt an den Augen. Ich soll zum Augenspezialisten! Ich bin gespannt.

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