5. Januar 1945: Gera

Herzlichen Dank für … und sogar der Tannenbaum wartet noch auf mich? … Na, laß‘ ihn man noch ein paar Tage … man kann ja nie wissen. Weihnachten und Sylvester waren bitter genug für mich. Aber Dein Päckchen, jedes Stück war doch von Dir! Ich glaubte noch nie schöner beschenkt worden zu sein.

Habe über diese Sylvesternacht ein kleines Gedicht geschrieben. Gefällt es Dir? »Jahreswende – Lebensende«. Möchte es nicht wieder erleben und muß doch mit jeder Fahrt damit rechnen.

Die Kameraden kamen per Flugzeug aus dem eingeschlossenen Budapest und waren erst vor Stunden verwundet.

Daß Ihr frieren müßt, ist ja toll! Gilt das Wort des Führers nicht mehr »keiner soll hungern und frieren«? Aber es sind ja nur Bombengeschädigte! Laß man Mutti, mit denen, die in der Heimat den Krieg gewonnen haben, kommt noch mal eine Abrechnung.

Morgen früh um 6 Uhr fahren wir mit 5 Mann nach Erfurt, um Leibwäsche zu tauschen. Das wird eine kalte Partie, es ist hier auch bitter kalt. Wir sind auch immer dabei, Feuerung zu besorgen.

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