27. Juli 1944: Im Lazarett Nürnberg

Ich habe ja so viel Zeit zum Schreiben, aber es geht nicht gut hier im Bett. Ich muß noch immer liegen, wegen meines Herzens … nun komme nicht auf den Gedanken, hierher zu fahren! … Ich gebe Euch sofort Nachricht, wenn es mir noch besser geht … Hiernach werde ich wohl 8-l0 Tage Erholungsurlaub bekommen. Freuen wir uns darauf.

Ich bin so im Galopp aus dem Zug gekommen, daß ich fast nichts mitbekommen habe. Meine Privatsachen nimmt Hauptfeldwebel Brand an sich, bis ich wieder am Zug bin.

Ihr hättet die betrübten Gesichter sehen sollen, als ich abgeholt wurde! Aus jedem Fenster schaute einer und winkte. Es durfte ja keiner zu mir. Wenn auch der eine oder andere sich schnell noch zu mir stahl, um mir die Hand zu drücken. Schwaiger, Rieck, Hauptfeldwebel und Unteroffizier. Wenn ich ehrlich sein will, mir war zum Heulen zumute. Ach was, erledigt, man muß auch mal eine schwierige Lage meistern können. Und verlaßt Euch drauf, ich meistere sie … auch später!

Ich liege hier, Kopfhörer um und höre die herrlichste Musik. Uwe, eben ein Klavierkonzert von Joh.-Seb.Bach, Ich glaube, Du hast es mir schon mal vorgespielt. Rolfi, was machen Deine Kaninchen? Bekommst Du sie schön fett? Ich möchte mal ordentlich reinhauen können. Ich wiege nur noch 126 Pfund.

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