25. September 1944: St. Arwens (Westmark)

Wir sind schon beim Beladen der ersten Wagen. Es ist 22 Uhr. Alles geht geheimnisvoll vor sich, im Dunkeln. In der Ferne sehen wir das Aufblitzen der Geschütze. Über uns brausen die feindlichen Flieger. Es ist eine verzwickte Situation. Wir laden hier vom Feldlazarett. Alles Leute, die gestern und heute verwundet wurden. Das wird wieder eine Porzellanfahrt! Körperlich bewältigt man es schon, aber die Nerven. Wenn man solch Haufen Elend vor sich liegen hat, heißt es die Zähne zusammenbeißen.

Ach Mutti, wir würden ja alles gerne in Kauf nehmen, wenn wir wüßten, daß es auch mal wieder nach Hause ginge. Ich habe dem Spieß 50 Zigaretten versprochen, wenn er es fertig bringen würde, daß wir auch mal wieder nach Hamburg kommen. Er will alles versuchen. Ich muß mal sehen, wo ich diesen Brief einstecke. Hier ist es zwecklos.

Also, bleibt alle gesund und seid herzlich gegrüßt und viele Male geküßt von Eurem Pa.
Ach, ich hab‘ Euch so doll lieb!

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