10. September 1944: Grevenbroich

Einen wunderschönen Sonntagmorgen, meine Lieben! Ja, es wäre wunderschön, wenn die Sonne nicht so blutrot am Himmel stände, genau wie vor einem Jahr beim Angriff auf Hamburg.

Wir liegen hier zwischen Düsseldorf und Köln und können fürs erste nicht weiter. Es war heute Nacht mal wieder alles dran … und dann im Wagen fast nur Amputierte, zum Teil vor 1- 2 Tagen verwundet. Einige sind noch ganz apathisch von den Strapazen und dem Kampf. Es sind zu 80 % Rheinländer, Kölner und Düsseldorfer Jungs.

Gestern hatten wir 18 x Alarm! Wir sind froh, wenn wir aus diesem Hexenkessel wieder heraus sind.

In M’gladbach muß es bös reingehauen haben, denn eine schwarze Wand steht seit Stunden vor uns!

Ich habe Kopfschmerzen zum verrückt werden. Hab heute Nacht kein Auge zugehabt. … Eben fahren wir durch Bonn. … Vor mir liegt der Drachenfels. Eine Burgruine neben der anderen … wir halten gerade am Rolandseck. Wir wollen nach Koblenz und zuladen.

… soeben fahren wir an der Loreley und am Mäuseturm vorbei …

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